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Ich – Aussagen

Die Ich-Aussage ist eine Kommunikatonregel. Sie ist eine persönliche Aussage. Durch diese Regel werden Menschen ermuntert, eigenverantwortlich zu ihren Aussagen, Gefühlen, Bedürfnissen und Wünschen zu stehen. Ich-Aussage unterstützen eine klare und konstruktive Ausdrucksweise. Sie gehen die eigene Wahrnehmung einer Situation, also die ,,innere Wirklichkeit“ wieder und dokumentieren ein partnerschaftliches Verhältnis.

Was ist eine Ich-Aussage ?

Wer über sich selbst spricht also über die eigenen Empfindungen, Bedürfnissen und Wünschen, der teilt dem Gegenüber die eigene Sicht der Dinge mit ( auch Ich-Botschaft genannt).

Im Vordergrund der Mitteilung steht deshalb keine Du-Aussage, also nicht das, was eine andere Person Positives oder Negatives getan hat, sondern das eigene Gefühl.

Im Vergleich zur Du-Aussage findet hier ein Perspektivenwechsel statt: Wie geht es mir mit einer bestimmten Situation oder einem bestimmten Verhalten?

Nicht: Du hast den Rollstuhl schon wieder im Treppenhaus stehen lassen = Du-Aususage.

Sondern: Ich bin aufgebracht/enttäuscht, weil der Rollstuhl im Treppenhaus steht und ich deshalb Ärger mit den Nachbarn bekomme = Ja-Aussage.

Ich-Aussagen können Brücken für ein gutes Gespräch sein

Sprachlich formulierte Gefühle und Wünsche werden bewusster, damit gewinnt auch die Kommunikation an Klarheit.
Ich zu sagen bedeutet, Verantwortung für die eigenen Aussagen zu übernehmen. Und: Ihre Gefühle können vom Gesprächs-Partner nicht bestritten werden.
Dem Gesprächs-Partner wird kein Vorwurf gemacht. Er wird weder kritisiert noch verurteilt: Er wird nicht bewertet!
Sie überlasse es Ihrem Gesprächspartner ob und wie er auf Ihre Selbstdarstellung eingehen möchte: Der Gesprächs-Partner ist frei in seiner Entscheidung.

Wer Ich-Aussage benutzt

Nimmt sich selbst ernst und steht für die eignen Bedürfnisse ein – SELBSTVERTRAUEN

Übernimmt selbst die Verantwortung für Befriedigung der eignen Bedürfnisse – und schiebt die Verantwortung nicht auf andere Menschen ab – SELBSTVERANTWORTUNG

Ist authentisch; also echt in seinem Sprechen: Wenn die eigenen Empfindungen geäußert werden, dann entsprechen sich der sprachliche Ausdruck und die Körpersprache ( Gestik, Mimik). Das vermittelt der zuhörenden Person Klarheit  und Glaubwürdigkeit – ECHTHEIT

Vermeidet Kritik, Wertungen, Urteile und Deutungen, die andere betreffen – TOLERANZ

Begegnet dem  Gesprächs-Partner mit RESPEKT und vermittelt ihm VERTRAUEN, so dass auch das Gegenüber ihm mit Respekt und Vertrauen begegnen kann und sich möglicherweise leichter um eine Lösung bemühen wird. Ich-Aussage wecken so eher Achtung und Anerkennung und die Bereitschaft zur freiwilligen Koooperation als Du-Aussage. Scharfe Gegenreaktionen können in der Regel vermieden werden.

 

Langfeldt-Nagel: Gesprächsführung in der Altenpflege, Lehrbuch, Reinhardt, 2004.